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Schnarchen Betrunkene mehr?

Schnarchen kann durch viele Ursachen ausgelöst werden. Aber bringt auch Alkohol das Gaumensegel zum Flattern?
von Larissa Gaub, aktualisiert am 21.02.2017

Schnarchgeräusche nach der Feier – ist der Alkohol schuld daran?

Getty Images/E+/Grigorius Moratis

In der Faschingszeit geht es schon mal feuchtfröhlich zu. Doch das Gläschen zuviel kann Auswirkungen auf die nächtliche Schlafruhe des Bettpartners haben: Denn Alkohol hat nicht nur negative Auswirkungen auf den Schlafrhythmus, sondern er beeinflusst auch das Schnarchverhalten. 

"Ab einem gewissen Alkoholpegel sind die Muskeln so entspannt, dass fast jeder schnarcht – egal ob er die Anlage dazu hat oder nicht", erklärt Dr. Michael Deeg, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in Freiburg.

Warum wir im nüchternen Zustand schnarchen

Schnarchen kann durch viele Gründe begünstigt sein: beispielsweise eine verstopfte Nase, eine schiefe Nasenscheidewand oder ein vergrößerter Zungengrund, welcher im hinteren Bereich der Zunge liegt. Meistens entsteht das sägende Geräusch durch ein flatterndes Gaumensegel. Im Schlaf entspannen sich die Muskeln, auch die im oberen Rachenbereich.

Durch die Muskelerschlaffung verengen sich die Atemwege. Damit trotzdem noch genug Sauerstoff in die Lunge gelangt, atmet man stärker ein. In dem Luftstrom kann das Gaumensegel vibrieren und es ertönt ein röhrendes Geräusch. "Tendenziell schnarchen wir mehr in REM-Schlafphasen", erklärt Dr. Peter Geisler, ärztlicher Leiter des Schlaflabors an der psychiatrischen Universitätsklinik Regensburg.

Die REM-phase (englisch: rapid eye movement, deutsch: schnelle Augenbewegung) ist eine Schlafphase die durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist. In dieser Phase ist die Muskulatur sehr entspannt, wir träumen viel – und schnarchen dann auch.

Warum wir mit Alkohol schnarchen

Alkohol besitzt eine entspannende Wirkung auf die Muskeln. Je mehr man davon zu sich nimmt, umso mehr äußert sich das beispielsweise auch durch Lallen beim Sprechen. "Je mehr Alkohol, desto mehr Schnarchen wir", erklärt Geisler.

Für all jene, die durch den schnarchenden Bettpartner um den Schlaf gebracht werden, ist es vielleicht ein kleiner Trost: Die alkoholisierten Schnarcher haben oftmals keinen erholsamen Schlaf, denn Alkohol ist ein echter Schlafkiller. "Er hat zwar eine einschlafförderne Wirkung, aber die Schlafqualität ist durch die veränderten Schlafphasen deutlich schlechter", sagt Deeg.

Wer alkoholisiert zu Bett geht, schläft zwar sehr schnell ein, aber der Schlaf wird gerade in den frühen Morgenstunden unruhig und flach. Eventuell wird der Betroffene auch früher wieder wach.

Was helfen kann

Meist stört das Schnarchen nur den Bettpartner und hat keine gesundheitlichen Auswirkungen auf den Schnarcher. "Allerdings gibt es auch ausgeprägteres Schnarchen, bei dem die Atmung stark behindert wird und es zu einer gefährlichen Schlafapnoe kommen kann" erklärt Geisler. Bei einer Apnoe kommt es zu längeren Atempausen. Dabei wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

"Nächtliches Schnarchen kann eine Vorstufe der Schlafapnoe sein und kann durch regelmäßigen Alkoholkonsum verstärkt werden", sagt der HNO-Arzt Deeg. Der Verdacht auf diese schwere Form der Schlafatemstörung sollte bei einem Arzt überprüft werden. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass diese ernsthafte Erkrankung dahinter steckt, wenn ihr Partner nur ausnahmsweise einmal nach ein paar Bier schnarcht.

Gegen das harmlose Alkohol-Schnarchen kann eventuell eine seitliche Position beim Schlafen helfen. Noch besser wäre natürlich: den Alkohol weglassen. Denn zu viel Alkohol ist ungesund und enthält zusätzlich viele Kalorien. Also: Durchhalten, Schnarchgeplagte, der Fasching dauert nicht mehr lang.



Bildnachweis: Getty Images/E+/Grigorius Moratis

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